Beschreibung

Beschreibung der Räumlichkeiten

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Eingang – Flur

Durch die alte hölzerne Haustüre gelangt man in den gefliesten Flur, von dem aus die Gute Stube, die Küche, der Stall und der Abstellraum direkt erreichbar sind. Eine Holztreppe führt zum Obergeschoss.

Stube

Dieses Zimmer wurde seit jeher von den Bewohnern als Wohnstube genutzt. Ein alter Hinterlader – Kachelofen dominiert diese sog. Gute Stube. Heute wird sie – mit modernen Holzmöbeln ausgestattet – zwar als Versammlungsraum genutzt, doch Wände und Decke wurden nach historischem Vorbild gestaltet. Als Interieur des Raumes dienen Bilder aus dem vorigen Jahrhundert, ein Regulator und die Stammtafel der Familie Reichenbach.

Ablage

Der durch eine sehr niedrige Tür zugängliche kleine Raum diente wohl als Abstellkammer. Heute zeigt eine Fotodokumentation aus folgenden Themenbereichen das alte Grub: Dorfansichten, Bilder aus der Landwirtschaft, Fotos zur Arbeitswelt und schließlich Momentaufnahmen aus dem Gemeindeleben. Ein Lageplan der ehemals sehr bedeutenden Grüber Blaufabrik ergänzt die Ausstattung.

Küche

In dem schmalen Raum befindet sich an einer Längsseite das Feuerloch und die Bratröhre des Kachelofens, die auch als Kochstelle diente. Der eingemauerte, beheizbare Wasserkessel wurde hauptsächlich zum Wäsche kochen und beim Schlachtfest zum Garen des Fleisches (Spint) genutzt. Eine Falltür führt zum Gewölbekeller. Auf Regalen an einer Längswand werden Küchenutensilien aus früheren Zeiten gezeigt.

Gewölbekeller

Eine Steintreppe führt von der Küche aus in den Gewölbekeller, der sich über die Hälfte des Haus – Grundrisses erstreckt. Ein großer behauener Stein, von der westlichen Wand in den Raum hineinragend, gibt auch den Fachleuten einige Rätsel auf, denn es ist nicht ganz klar, wozu er eigentlich diente.

Stall

Die Familie Reichenbach betrieb nebenbei – wie die meisten anderen Grüber Familien auch – eine kleine Landwirtschaft für den Eigenbedarf. Ganz früher sollen im Stall zwei Kühe gestanden haben, später werden es wohl ein Schwein und mehrere Ziegen gewesen sein, die hier gehalten wurden. Typische Geräte der Kleinbauern erinnern heute an die oft mühsame Arbeit der Werktätigen in früherer Zeit.

 

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Schlafzimmer

Die museale Einrichtung des Schlafzimmers der Familie Reichenbach ist einem in Grub ehedem weit verbreiteten Handwerk gewidmet: der Leineweberei. Gezeigt werden alle Arbeitsgänge, die bis zur Herstellung der Leinwand erforderlich waren. Also in dieser Reihenfolge: Riffeln des gedörrten Flachses, Brechen, Schwingen, Hecheln, Spinnen, Haspeln, Spulen und schließlich Weben auf einem funktionsfähigen über 100jährigen Handwebstuhl.

Kammer 1

Die kleinen Kammern im Obergeschoss wurden früher vorwiegend als Schlafstätten genutzt. Kammer 1 ist jetzt ausgestattet mit zwei Vitrinen: In einer davon wird alte Ummerstadter Irdenware ausgestellt. Sie stammt aus dem Grüber Pfarrhaus. Des Weiteren sieht der Betrachter prächtig gearbeitete Trachtenschürzen aus Grüber Familien. Die zweite Vitrine enthält interessante Archivalien und Objekte aus dem alten Grub, wie die Schulchronik, ein privates Tagebuch aus der Zeit um 1800, das Gemeindesiegel von 1683 u.v.a.m..

Kammer 2

Dieser kleine Raum ist wechselnden Sonderausstellungen vorbehalten. Z.Z. ist die Präsentation „Grub zwischen den beiden Weltkriegen“ zu sehen. Mit Exponaten aus den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts werden die Besucher mit den damaligen Verhältnissen in Grub exemplarisch konfrontiert.

Kammer 3

Dieses Zimmer ist als Schlafstube eingerichtet. Die Tür, das Türschloss und der Fußboden stammen noch – wie viele andere Details des Gebäudes – aus der Entstehungszeit des Hauses. Das Himmelbett von 1823, die alte tragbare Toilette und der Stubenwagen aus den dreißiger Jahren, in dem die letzte Besitzerin des Hauses noch selbst gelegen hat, sind besonders bemerkenswert

Klo

Insbesondere für die jungen Besucher bildet diese Örtlichkeit eine besondere Attraktion, denn das unverändert gebliebene „Plumpsklo“ zeigt, dass die einfacheren Bevölkerungsschichten früher ohne WC auskommen mussten. Der Abort war noch bis zum Tode des letzten Hausbewohners im Jahre 1994 in Gebrauch.

WC

In diese ursprünglich vierte kleine Kammer im Obergeschoss wurde im Zuge der Hausrenovierung eine Mauer eingezogen, so dass ein separates WC mit kleinem Waschbecken und die Gastherme untergebracht werden konnten.

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Auf dem Dachboden wurden früher Getreide und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse gelagert. Ganz oben unter dem First befand sich ein Taubenschlag. Dort, wo in den Gefachen der alte Putz abgefallen ist, kann man heute ein Detail der früheren Bauweise erkennen: Zwischen den Balken wurden Stecken gespannt und die Hohlräume erhielten eine Füllung aus Lehm, dem Stroh beigemengt worden war. Der größte Teil des Dachbodens ist zu einem „begehbaren Depot“ ausgebaut worden, vor allem auch deswegen, weil möglichst viele der von den Grübern zur Verfügung gestellten Objekte den Besuchern zugänglich gemacht werden sollen.

Die Texte zu den Räumen erstellte Klaus Engelhardt, Grub am Forst